Am 4. November 1989 versammelten sich über 500.000 Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz zur größten Kundgebung der Demokratiebewegung in der DDR. Unser Projekt soll am Ort des Geschehens auf dieses Ereignis aufmerksam machen.

[siehe auch das Geleitwort von Thomas Flierl]
Ursprung der Idee Seitenanfang

Dazu wurde eine lebendige Form des Gedenkens gewählt, die von der Künstlerin Pat Binder für eine Hommage an die deutsche Grafikerin, Zeichnerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867 - 1945) entwickelt wurde. In einem Leuchtkasten am Ort des Wohnhauses von Käthe und Karl Kollwitz in Prenzlauer Berg präsentiert sie seit Oktober 1997 in dreimonatigem Wechsel Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die dem humanistischen Geist des Schaffens der Kollwitz in einem aktuellen Sinne verpflichtet sind.
[Siehe Foto/Graphik Galerie Käthe Kollwitz]

Dr. Thomas Flierl, Bezirksstadtrat für Ökologische Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen im Bezirksamt Mitte von Berlin, schlug vor, dieses Konzept für ein »Denkzeichen 4. November 1989« auf dem Alexanderplatz zu adaptieren. Es wird von einer Projektgruppe, bestehend aus Pat Binder und Gerhard Haupt, realisiert.
Lageplan Seitenanfang

Lage auf dem Alexanderplatz
Denkzeichen auf dem Alexanderplatz Seitenanfang

Im »Denkzeichen 4. November 1989« werden jeweils für 3 Monate Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland und anderen Ländern gezeigt, die sich mit dem individuellen und kollektiven Bemühen um die Herstellung und Bewahrung demokratischer Verhältnisse sowie mit den Konflikten des Einzelnen zwischen Anpassung und Widerstand, Resignation und Zivilcourage auseinandersetzen. Wie Thomas Flierl in seinem Geleitwort schrieb, ist die »Frage nach der Demokratisierung der Demokratie« ausdrücklich einbezogen.

Durch die Internationalität des Projekts sollen Parallelen zwischen der Kundgebung in Berlin bzw. der Demokratiebewegung in der DDR und demokratischen Bestrebungen in verschiedenen Teilen der Welt deutlich werden.

Die Künstlerinnen und Künstler stellen sich auf das spezifische Medium eines ursprünglich für Werbung bestimmten Leuchtkastens an einem prominenten öffentlichen Ort im urbanen Raum ein und nutzen dessen Wirkungsmöglichkeiten. Der »Ausstellungswechsel« erfolgt jeweils am Anfang der Monate Februar, Mai, August und November. Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit ist Teil des Projekts und trägt dazu bei, die Aufmerksamkeit für das Denkzeichen und seinen historischen Anlass permanent wachzuhalten.
Informationstafel Seitenanfang

Eine dem Leuchtkasten zugeordnete Informationstafel gibt sowohl über den Bezugspunkt dieses Denkzeichens, die Kundgebung am 4. November 1989, als auch über die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler und deren präsentierte Arbeit Auskunft.


Ausweitung ins Internet Seitenanfang

Durch eine fortlaufend aktualisierte Präsentation im Internet (in Deutsch und Englisch) wird das Projekt vom urbanen in den virtuellen Raum ausgeweitet, um dessen Reichweite zu erhöhen und eine ausführliche Dokumentation allgemein zugänglich zu machen. So werden Rückwirkungen auch in die Herkunftsländer der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler und direkte Reaktionen des Publikums möglich.
©   Projektgruppe: Pat Binder, Gerhard Haupt
Email: info@universes-in-universe.de

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Denkzeichen 4. November 1989